Masters, PGA Tour, Opens – wo liegen die Unterschiede?

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Die Struktur des internationalen Profi-Golfsports ist sogar für erfahrene und ambitionierte Golfer schwer zu verstehen und wird oftmals als zu unübersichtlich kritisiert. USA PGA Tour, European Tour, Masters Turniere und Opens – wer qualifiziert sich wie für diese Events und wie setzt sich überhaupt die Weltrangliste zusammen?

Gerade in Europa herrscht oftmals Verwirrung, wie man den nun zum Profi-Golfer wird und an sämtlichen illustren Turnieren, besonders in den USA teilnehmen kann – zumal deren Organisatoren oft strenge Auflagen stellen, wenn sich Spieler aus aller Welt für ihre Veranstaltungen qualifizieren wollen. Nicht zuletzt ist es eine Frage des Geldes, denn während der Sport in Nordamerika finanziell stark dasteht und mit gigantischen Preisgeldern lockt, liegt die Finanzkraft der europäischen Organisationen weitgehend im Argen. Das Resultat: wirklich gute Spieler wollen in Übersee mitspielen, müssen sich dann aber zu einer bestimmten Zahl an Spielen verzichten, was es ihnen fast unmöglich macht, weiter in Europa anzutreten. Für Turniere dort bleiben dann oft zweitklassige Spieler übrig, die sich auch mit niedrigeren Preisgeldern zufriedengeben müssen. Diese kommen häufig nicht nur von Sponsoren, sondern müssen gar von der Organisation bezuschusst werden, damit Turniere überhaupt stattfinden können.

Ein weiteres Problem zwischen Europa und den USA ist die Qualifizierung, denn wer bei der European Tour vorne liegt, darf noch lange nicht automatisch an der PGA Tour teilnehmen, sondern muss durch ein getrenntes Qualifikationssystem oder sich die Teilnahme durch einen Sieg bei den Masters sichern. Fans, die Golfwetten abschließen möchten, sind also gut damit beraten sich über die verschiedenen Turniere und Qualifikationsrichtlinien kundig zu machen.

Die USA PGA Tour

Die gesamte Golfwelt blickt natürlich jedes Jahr mit großer Spannung auf die USA PGA Tour, die Organisation in Florida mit der größten Finanzstärke und damit gigantischen Preisen und einem schwindelerregenden Gesamtpreisgeld von 270 Millionen US-Dollar. Europa und Asien können von derartigen Ausmaßen des Profisports nur träumen, gleichzeitig reflektiert dies aber die Popularität des Golfsports dort generell. In den USA zählt man laut Statistik 27 Millionen, Spieler, in Japan 15 Millionen und in Europa lediglich 4 Millionen Spieler. Sich als Deutscher in den USA zu behaupten, ist also nach wie vor schwer, was die internationalen Erfolge von Altmeister Bernhard Langer und Martin Kaymer, derzeit auf Platz 88 der Weltrangliste umso bedeutsamer macht.

Die PGA-Tour selbst besitzt drei Ebenen, auf denen gespielt wird: die Top-Level Tour mit den höchsten Preisgeldern der Welt, gefolgt von der Second-Level Tour, die seit 2019 die Bezeichnung Korn Ferry Tour trägt, sowie die Champions Tour für Altmeister über 50 Jahren, wo sich derzeit auch der inzwischen 63-jährige Bernhard Langer weiterhin behauptet. Erstaunlich und sicherlich etwas angestaubt ist, dass die PGA-Tour keine Turnierserie für Frauen veranstaltet. Damen spielen in Turnieren, die getrennt von der Organisation LPGA durchgeführt werden.

Die European Tour

Rein europäisch ist die European Tour, eine Organisation mit Hauptsitz in England, schon lange nicht mehr. Um ihre finanzielle Kraft zu stärken, hat sie sich mittlerweile auf viele Länder der Welt, mit Ausnahme Nordamerika, aber insbesondere auch nach Asien ausgeweitet. Auch die European Tour findet auf drei Ebenen statt, mit der European Tour selbst als höchste Spielklasse, darunter die Challenge Tour und gemäß dem amerikanischen Vorbild, die European Seniors Tour für Profis über 50.

Wer in der Geldrangliste der European Tour, seit 2009 auch Race of Dubai genannt, mitspielen will, kann sich auf verschiedenen Wegen dafür qualifizieren. Die ersten 110 Spieler der Race of Dubai aus der Vorsaison dürfen in der Folgesaison an den Start gehen. Zudem gibt es jeden Herbst mehrere Qualifikationsturniere, European Tour Qualifying School genannt. Die 30 Erstplatzierten des Final Qualification Stage sind dann ebenso zur European Tour im kommenden Jahr zugelassen. Üblicherweise wird der Sieger des Race of Dubai aus drei Turnieren ermittelt, während 2020 eine Ausnahme bildete. Es wird aber nur ein Turnier, das DP World Championship, abgehalten, dotiert mit einem Gesamtpreisgeld von 8 Millionen US-Dollar. Lee Westwood trug den Sieg heim, eine kleine Sensation, denn immerhin ist der Engländer fast 48 Jahre alt, und gewann seinen ersten von drei Siegen in diesem Turnier genau 20 Jahre zuvor, und war 2020 der älteste Spieler auf dem Platz.

Majors und Opens

Neben der PGA Tour und der European Tour besitzen auch die vier Majors wichtige Bedeutung im Profi-Golfsport – das Masters von Augusta, die US Open, die Open Championship wie auch die PGA Championship. Diese Turniere gelten weithin als die bedeutendsten Wettkämpfe im Profigolfsport und bringen den Spielern den ehrenwerten Major-Titel ein. Die Qualifikationskriterien sind für jedes der vier Majors sehr unterschiedlich. Am Masters von Augusta kann ein Spieler beispielsweise nur auf Einladung teilnehmen, während die Auswahlkriterien aus einem ganzen Regelkatalog zusammengesetzt sind. Die Open Championship, auch British Open genannt, ist das älteste der Majors und besteht bereits seit 1860. 2020 fiel es aus, die anderen drei Majors fanden jedoch statt und lagen fest in amerikanischer Siegerhand – der Weltranglistenerste Dustin Thomas gewann das Masters, Bryson DeChambeau (Platz 7 der Weltrangliste) das US Open und Collin Morikawa, derzeit Viertplazierter auf der Weltrangliste, gewann die PGA Championship.

Ähnlich verwirrend wie die Vielzahl der Turniere ist die Zusammensetzung der Weltrangliste, die sich aus der PGA Tour wie auch der European Tour zusammensetzt, und auf der deutsche Spieler spärlich vertreten sind. Oft wird dabei kritisiert, dass seine Auswertung zwischen der mit Top-Spielern besetzten US-Tour und der weitaus weniger beliebten European Tour einfach unfair ist und die Aussagekraft der Weltrangliste beeinträchtigt.

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